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Die Story hinter dem Foto

Was war das für ein sch... Tag heute.

Ich bin morgens aufgestanden und fühlte mich schon irgendwie, nennen wir es mal bescheiden.

Das Wetter zeigte sich aber von seiner besten Seite und deshalb wollte ich den Vormittag auch sinnvoll nutzen. Also bin ich vor dem Dienst zum Bürgeramt im Rathaus gefahren, um einen zeitnahen und wichtigen Termin zu vereinbaren. Was für ein prima Plan an sich.

Als ich dann aber den Eingang des Bürgeramtes betrat, fühlte ich sofort die nichtvorhandene Fachkompetenz und fehlende Freundlichkeit der Orts ansässigen "Pförtner". Während nennen wir ihn mal "Kutte", sich hochmotiviert auf dem Stuhl lümmelte, wirkte "Jünni" absolut gestresst und sichtlich überfordert schon beim gähnen. 

Ich erzählte ihnen also nach einer besonders freundlichen Begrüßung meinerseits, den Grund meines Erscheinens.

Sichtlich uninteressiert antwortete erst mal keiner von beiden.

Versuchten Sie mich zu ignorieren? Oder hatten Sie mich aufgrund Ihrer Altersbedingten Schwerhörigkeit wohl möglich nicht gehört? Vielleichte hatten Sie mich auch einfach nur übersehen? Das kann bei meiner minimalen Größe von 1,96 cm schon mal passieren.

Wie kann ich es nur schaffen, die beiden zu ermutigen sich mit mir zu beschäftigen. Tanzen hielt ich für eine schlechte Idee, da ich eher grobmotoriker bin und das keine wirkliche Bereicherung für eine angestrebte Unterhaltung wäre. Auch dem singen bin ich nicht wirklich mächtig und im Takt klatschen hätte sie wohl eher zum schunkeln ermutigt.

Also wiederholte ich mein anliegen und versuchte es dieses mal so einfach wie möglich zu halten.

Sie bewegten sich nun beide langsam und scheinbar belästigt in meine Richtung.

Mit freundlicher Stimme und perfekt gewählten Wortlaut wandte sich nun "Jünni" an mich. "Und Nu? Wir haben och keen Termin inne Tasche! Könnse die Zentrale Nummer anrufen oder Online machen. Wir sind da raus".

Ja, dass nenne ich mal eine klare Aussage. Dem ist auch absolut nichts hinzuzufügen.

Ohne Termin und leicht angesäuert verließ ich dann mal das Bürgeramt.

Ich rief kurz meine Frau an und teilte ihr den verlauf meines überaus aufschlussreichen Gespräches mit "Kutte" und "Jünni" mit.

 

Es war schon kurz vor 12:00 Uhr und der Weg nach Hause lohnte sich nicht mehr. Daher entschloss ich mich für den Weg zur Arbeit, um vorher noch in ruhe einen Kaffee trinken zu können.

Dort angekommen spürte ich sofort eine angespannte Situation, welche den gesamten Dienst über bestehen blieb.

Auch wenn es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen oder Vorkommnissen kam, laugte mich der gesamte Tag komplett aus. 

Belastend hinzu kommt, dass ich seit meiner Jugend  Besitzer einer latent auftretenden Gemütserkrankung bin, Holger nennt es so schön "Kopfchaos". Die Bezeichnung trifft es ganz gut.

Im laufe der Jahre habe ich lernen müssen damit umzugehen. Es war nicht immer einfach, aber durch die Hilfe meiner Frau, Familie , Freunde und Herrn M. habe ich es ganz gut gemeistert.

Auf der Fahrt am Abend nach Hause gingen mir tausende Gedanken durch den Kopf und die innere Anspannung zerrte zusätzlich an meinem Wohlbefinden.

Als ich aber in die Straße am Rathaus einbog, sah ich wie schön es beleuchtet war und musste anhalten. Den Moment versuchte ich mit diesem Foto festzuhalten. Ich fühlte mich für einen kurzen Moment gut.

Nun sind zwei Tage und ein weiterer Dienst vergangen und das "Kopfchaos" hat zu genommen. Ich weiß es wird wieder besser, aber dazu braucht mein Kopf eine Auszeit, welche ich mir jetzt nehmen muss.

Ich wünsche allen noch einen schönen Tag und passt gut auf euch und eure Gesundheit auf.

 

Das ist die Geschichte hinter dem Foto vom Rathaus.

 

 

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